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Informationen
Im Süden Dithmarschens schiebt sich ein Altmoränenrücken der Hohen Geest keilförmig in die Marsch vor. Am Osthang dieser Altmoräne steigt der Luftkurort Burg/Dithmarschen, die Perle der Westküste Schleswig-Holsteins, als einer der schönsten Dithmarscher Geestorte den eiszeitlichen Hang hinauf bis empor zum Aussichtsturm, dem Wahrzeichen der Region.
Weniger bekannt, aber wesentlich bedeutender ist der Inhalt des Turmes, das Waldmuseum. Es mag verwundern, ausgerechnet in dieser waldarmen Westküstenregion das im Lande einzigartige Waldmuseum anzutreffen, ein Naturerlebnis von ganz besonderer Art.
In den zurückliegenden 30 Jahren entwickelte sich aus der örtlichen Schulwaldarbeit eine respektable naturkundliche Sammlung mit zahlreichen Ausstellungen zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt, die laufend variiert und ausgebaut werden.
So werden beispielsweise in naturnahen Modellen alle in unserem Land heimischen Amphibien- und Reptilienarten und die wichtigsten Vertreter der Speise- und Giftpilze Schleswig-Holsteins vorgestellt. Lebensnah präparierte Vögel und Säuger vermitteln eine Vorstellung von der Artenvielfalt in unserer Region.
Die große Brüll´sche Doppelpyramide leitet über zu einer Trophäenschau, in der rezente und fossile Horn- und Geweihträger gegenüber gestellt werden. Wissenschaftlich bestimmte Reste von Mooreichen geben interessante Einblicke in die Bewaldungs- und Vorlandungsgeschichte der Nacheiszeit.
Bernstein als fossiles Harz der Bernsteinkiefer wird in Küstenfunden von Nord- und Ostsee, in seiner Verarbeitung zu Schmuck sowie mit Einschlüssen gezeigt. Eine weitere Ausstellung ist dem Thema "Flora und Fauna der Polarregion" gewidmet. Das Museumskonzept vermittelt neben einer eingehenden Darstellung des Ökosystems Wald auch Einblicke in aktuelle Natur- und Umweltschutzfragen.
Maßgeblichen Anteil an der zielstrebigen und erfolgreichen musealen Aufbauarbeit hatte der Gründer und langjährige ehrenamtliche Leiter des Museums, der Realschulkonrektor Hellmut Vogel.
Das Museum wurde im Laufe seines Bestehens mit wissenschaftlichen Ergebnissen heimatgeologischer Forschung ergänzt. So konnte sich ein Spezialmuseum herausbilden, dass schwerpunktmäßig die schlüssige Darstellung der erd- und waldgeschichtlichen Entwicklung des regionalen Raumes anstrebt. Durch die Auswertung geeigneter Bodenprofile, die zum Teil unmittelbar vor Ort gewonnen werden konnten, wurde es möglich, die Waldgeschichte des Dithmarscher Raumes für einen Zeitraum von rund 130.000 Jahren zurückzuverfolgen.
Die wissenschaftlichen Pollenanalysen des Landesamtes für Natur und Umwelt bilden das Kernstück der waldgeschichtlichen Darstellung, die durch Schautafeln, Vierfarbdrucke, Stammstücke, Blütenmodelle und Pollenfotos verschiedener Baumarten sowie durch Hölzer, Samen und Früchte aus Großrestanalysen veranschaulicht wird.
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